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Magazin für Umwelt- und Tierschutz
1 Keine Entschuldigung für Pelz
2 Auch Leder ist bedenklich
3 Wolle ist auch nicht besser
4 Welche Alternativen empfiehlt PETA?
Aktualisierungen
Mit kaum mehr als ein paar Leopardenflecken bekleidet demonstrierten PAETAs sexy „Raubkatzen“ am 23. Februar 2010 vor den Schadow-Arkaden in Düsseldorf. Erstaunten Passanten präsentierten sie Schilder mit der Aufschrift „Nur Tiere sollten Pelz tragen!“ Sie forderten die Einkäufer damit auf, die Finger von echtem Pelz zu lassen, um die Grausamkeiten der Pelzindustrie nicht zu unterstützen. Eine beachtenswerte Leistung, denn vor wenigen Tagen lag noch Schnee in Düsseldorf. Sie protestierten nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Hannover, Köln, Magdeburg, Mainz und Wiesbaden.

„Ich zeige gerne Haut, wenn ich den Tieren dadurch ihre retten kann“, so Leoparden-Lady Laura. „Bei so vielen schönen Kunstpelzen und schicken warmen synthetischen Alternativen gibt es absolut keine Entschuldigung mehr, noch Pelz zu tragen.“ Wildtiere, die ihres Felles wegen in Fallen gefangen werden, leiden oft tagelang größte Schmerzen, bevor sie ertränkt oder erschlagen werden. Auf Pelzfarmen müssen Tiere in winzigen, dreckigen Käfigen leben, wo sie häufig schon schier wahnsinnig werden, bevor man sie vergast, vergiftet oder per Genickbruch oder analen Stromschlag tötet. Eine verdeckte Ermittlung in Pelzfarmen in China - dem führenden Exportland für Pelze - zeigte, wie Arbeiter Füchse und Marderhunde mit dem Kopf auf den Boden schmetterten und dass die Tiere noch immer nach Luft schnappten und blinzelten, nachdem man sie bei lebendigem Leib gehäutet hatte. Auch Millionen von Hunden und Katzen werden in China ihres Felles wegen getötet.
Leder stammt zu größten Teil aus Entwicklungsländern wie Indien und China. Dort wird Tieren meist bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschlitzt und noch lebendig die Haut vom Körper gerissen. In Indien stellte PETA fest, dass die Tiere schon auf den langen Transporten zum Schlachthof furchtbar leiden. Dort bricht man ihnen die Schwänze oder reibt ihnen Chilischoten in die Augen, um sie wieder zum Laufen zu bringen.
Ein großer Teil der global produzierten Wolle stammt aus Australien. Dort werden ihnen große Teile der Haut und des Fleisches am Hinterteil entfernt. Diese Prozedur nennt man Mulesing. Geben sie im fortgeschrittenen Alter weniger Wolle, werden sie auf mehrstöckigen Offendeck-Frachtschiffen in den Nahen Osten gebracht. Überleben sie den wochenlangen Transport, geht die Fahrt weiter mit Lastwagen, von denen man sie an Ohren und Beinen in Gebäude schleift, wo man sie schlägt und bei vollen Bewusstsein die Kehle aufschlitzt.
Bei all der Kritik muss es doch auch Materialien geben, die unbedenklich erscheinen. „PETA empfiehlt Baumwolle oder Kunstfasern“, so die Kampagnenleiterin Tanja Wiemann. Kunstfasern werden aus Erdöl hergestellt. Zur Errichtung der Bohrtürme werden Schneisen in Regenwälder geschlagen, durch leck geschlagene Pipelines und Tankerunfälle kann Öl die Umgebung verschmutzen, Tanker kollidieren mit Walen und verletzen sie schwer, der Lärm von Ölplattformen läßt Wale stranden. So fragte Biosphaere, ob PETA nicht die negativen Folgen der Ölgewinnung für bedenklich halte. Dieser Problematik war sich Tanja Wiemann bewusst. Aus Sicht des Klimaschutzes sei die Herstellung von Kunstleder gegenüber Leder günstiger. „Es ist das kleinere Übel“, fügte sie hinzu. Eine Studie von PETA (sie liegt Biosphaere noch nicht vor) nenne dafür drei Gründe: Die Haltung der Tiere, der Transport der Häute zur Verarbeitung nach Afrika und die Verwendung von umweltbelastenden Gerbstoffen. Diese Gerbstoffe würden auch bei der Herstellung von Pelz verwendet. Außerdem werden Rinder in Südamerika nach einer Greenpeace Studie hauptsächlich für die Gewinnung von Leder gehalten. Kunstfasern können auch aus Recycling-Material wie benutzten PET Flaschen hergestellt werden, was die Ökobilanz weiter verbessert.
Dieser kleine Einblick in den Problemkreis Kleidung macht deutlich, dass es auch hier keine einfachen Lösungen gibt. Recherchen des Biosphaere Redakteurs Christian Schäfer haben ergeben, dass auch die ethische Seite von Bekleidung und Ernährung kein simples Thema ist. Eine Artikelreihe ist in Vorbereitung.
Autor: Jörg Wieprzeck
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23.02.2010: Artikel angelegt
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Sexy Leoparden und wenig Alternativen
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