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Magazin für Umwelt- und Tierschutz


 Neues über den Tiger

Inhalt

1 Tiger allgemein
1.1 WWF begrüßt Tiger-Allianz (29.01.2010)
2 Amur-Tiger
    2.1 Tiger- Spuren im Schnee (18.12.2009)
    2.2 Amur-Tiger: Naturschutzerfolge in Gefahr (18.3.2010)
3 Sumatratiger
    3.1 Indonesien setzt Artenschutzgesetze nicht durch (13.2.2008)
4 Post vom Tiger
5 Tiger in Indien
    5.1 Erster Nachwuchs
6 Aktionen
    6.1 Deine Tatze für den Tiger
    6.2 Der Ausflug ins virtuelle Tigerland
    6.3 Tiger-Gipfel auf Bali
Quellen
Aktualisierungen

1 Tiger allgemein

1.1 WWF begrüßt Tiger-Allianz (29.01.2010)

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßt die Einigung der Regierungsdelegationen und Minister aller dreizehn Tiger-Staaten - darunter China, Russland und Indonesien - den bedrohten Tiger mit effektiven Schutzmaßnahmen vor der Ausrottung bewahren zu wollen. Auf der mehrtägigen Konferenz im thailändischen Hua Hin haben Regierungsvertreter seit Dienstag über effektive Schutzmaßnahmen für die seltenen Großkatzen beraten. Besonders begrüßt der WWF die Absichtserklärung, die Zahl der freilebenden Tiger bis in das Jahr 2012 verdoppeln zu wollen.

"Es freut uns, dass es wieder einen Hoffnungsschimmer für den Tiger gibt, da alle dreizehn Verbreitungsstaaten zukünftig zusammenarbeiten wollen, um die Zahl der in freier Wildbahn lebenden Tiger bis 2012 zu verdoppeln. Den Worten müssen nun Taten folgen", erklärt Michael Baltzer, Direktor der globalen WWF Tiger Initiative.

Am 14. Februar beginnt nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Tigers. Laut WWF-Schätzungen gibt es weltweit nur noch rund 3200 Tiger in der Wildnis. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen noch 100.000 Tiere durch die asiatischen Wälder gestreift sein. Der WWF widmet daher der bedrohten Großkatze 2010 eine weltweite Schutz-Kampagne. Ziel der WWF-Bemühungen ist es, die Bestandszahl der Großkatze in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis zum nächsten "Jahr des Tigers" 2022 zu verdoppeln.

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2 Amur-Tiger

2.1 Tiger- Spuren im Schnee (18.12.2009)

WWF ist besorgt über möglichen Bestandsrückgang beim Amur-Tiger. / Neues Monitoring in Russland gestartet.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigt sich besorgt über einen möglichen Rückgang an Amur-Tigern in Russland. Nachdem die Bestandszahlen der Großkatzenart über viele Jahre hinweg einen positiven Trend anzeigten, gab es in jüngster Vergangenheit Hinweise darauf, dass es zu einer Verkleinerung der Population gekommen sein könnte. „Die Indikatoren für unsere Bestandsschätzungen waren im Gegensatz zu vorherigen Untersuchungen nicht eindeutig. Um Gewissheit über die tatsächlich Anzahl an Amur-Tigern zu erhalten, wird ein neues Monitoring gestartet“, sagt Frank Mörschel, Amur-Referent beim WWF- Deutschland. Mit ersten Ergebnissen rechnet der WWF im Frühjahr 2010.

Aufgrund massiver Bejagung war der Bestand der Amur-Tiger bis in die 1940er Jahre auf wenige Dutzend Tiere zusammengeschrumpft. Heute gibt es dank intensiver Schutzbemühungen schätzungsweise wieder zwischen 450 und 500 Amur-Tiger. Ein Monitoring der Tiere sei dank der klimatischen Bedingungen in der Grenzregion zwischen China und Russland vor allem im Winter möglich, so der WWF. Durch die Schneefälle könnten die Ranger zu dieser Jahreszeit besonders einfach Tiger-Spuren entdecken. Zwischen Dezember und Februar würden daher auf vorgegebenen Routen sechzehn exemplarischen Zähl-Gebieten auf Spuren abgesucht. Aus den gefundenen Hinweisen (Anzahl von Tiger-Spuren auf 100 Quadratkilometer) errechnen die Umweltschützer die Gesamtzahl der noch lebenden Amur- Tiger.

Die Umweltschutzorganisation WWF engagiert sich seit 1992 in dem Gebiet. Neben der Einrichtung und Verwaltung von zahlreichen Schutzgebieten und der Ausbildung und Betreuung von Anti-Wilderer-Einheiten arbeitet der WWF eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen und zeigt alternative Einkommensquellen zur Wilderei auf. Gemeinsam mit der Wildlife Conservation Society (WCS) und den russischen Behörden führt der WWF regelmäßige Bestandszählungen und ein jährliches Monitoring durch.

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2.2 Amur-Tiger: Naturschutzerfolge in Gefahr (18.3.2010)

Auf der Nationalen Tiger-Schutzkonferenz Russlands in Wladiwostok wurden neue Schätzungen bekannt, wonach ein rückläufiger Bestandstrend beim Amur-Tiger befürchtet wird. Nach Hochrechnungen der Umweltschutzorganisation WWF könnte die Population um bis zu 15 Prozent zurückgegangen sein. Der WWF macht wegen eines harten Winters auch das mangelhafte Forst- und Jagdmanagement der russischen Behörden für diese Entwicklung verantwortlich. „Durch eine engagierte Naturschutzarbeit konnte die Population von wenigen Dutzend auf inzwischen wieder rund 450 Exemplare anwachsen. Doch dieser einmalige Erfolg ist jetzt bedroht“, warnt Frank Mörschel vom WWF Deutschland auf der Konferenz.

Der WWF begrüßt zwar die Absichtserklärung, die Zahl der Tiger in Russlands Wäldern mittel- bis langfristig auf 700 Tiere zu erhöhen, doch diesen Worten müssten jetzt dringend Taten folgen. „Die Erfolgsstory des Amur-Tigers in Russland wird nur dann weitergehen, wenn die Wilderei scharf bekämpft und eingedämmt wird“, sagt Frank Mörschel. Außerdem müsse die Dichte an Beutetiere – wie Wildschwein, Rotwild oder Sikahirsch – erhöht werden, um den Großkatzen eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu verschaffen. Auch gelte es, die massive, illegale Abholzung von wertvollem Mischwald mit alten Eichen und Koreanischen Kiefern zu stoppen. Doch durch zahlreiche Reformvorhaben seien die zuständigen russischen Forst- und Jagdbehörden derzeit wie gelähmt. „Die Zahl der Förster und Wildhüter hat sich in den letzten Jahren massiv verringert und ihre Befugnis sind zu beschränkt“, warnt WWF-Experte Mörschel. Die ungenügenden staatlichen Kontrollen würden dem illegalen Holzeinschlag und der Wilderei Vorschub leisten.

Der WWF begrüßt, dass mit dem Abschluss der russischen Tiger-Konferenz ein Prozess in Gang gesetzt wurde, an dessen Ende eine Nationale Tigerschutz-Strategie stehen soll, die vom Umweltministerium in Moskau abgesegnet und mit umfangreichen finanziellen Mitteln ausgestattet wird. Zugleich sei ein Moratorium gegen den Holzeinschlag der Koreanischen Kiefer notwendig. Außerdem hofft der WWF auf weitere Schutzeffekte, wenn die Region um den Fluss Bikin womöglich in diesem Jahr zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wird. „Das Gebiet ist Russlands letzte, unberührte Wildnis. Hier streifen noch zahlreiche Amur-Tiger umher“, schwärmt Mörschel.

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3 Sumatratiger

3.1 Indonesien setzt Artenschutzgesetze nicht durch (13.2.2008)

Nur noch höchstens 500 Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae) streifen durch den Dschungel der indonesischen Insel Sumatra. Obwohl sie seit 1996 als vom Aussterben bedroht gelten und der Handel mit Tigerprodukten streng verboten ist, werden die Tiere noch immer in großem Stil gejagt und die begehrten Trophäen teuer verkauft. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. Deren Ermittler entdeckten im Verlauf einer groß angelegten Durchsuchungsaktion bei Großhändlern in 28 Städten und Gemeinden auf Sumatra Reißzähne, Krallen, Schnurrhaare, Fell und Knochen von schätzungsweise mindestens 23 Sumatratigern. Insgesamt 326 Geschäfte waren untersucht worden, die Trefferquote lag bei zehn Prozent.  

„Die letzten Sumatratiger werden weiterhin Stück für Stück für den schnellen Profit geopfert. Das internationale Handelsverbot für Tigerprodukte ist in Indonesien offensichtlich gescheitert“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler angesichts der Studien-Ergebnisse. Die Ermittler waren bei Goldschmieden, Groß- und Einzelhändlern sowie Antiquitätenläden fündig geworden. Die Tiger wurden dort in pulverisierter und flüssiger Form als Arzneimittel der Traditionellen Chinesen Medizin oder - aus einzelnen Körperteilen gearbeitet -  als begehrte Sammlerstücke dargeboten.  

In einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2004 waren noch Spuren von mindestens 52 getöteten Tigern nachgewiesen worden. Dennoch kann WWF-Experte Stefan Ziegler keine Entwarnung geben: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Dimension der illegalen Tigerjagd gleichgeblieben ist. Das geringere Warenangebot ist unserer Meinung nach ausschließlich auf den drastischen Rückgang der in freier Wildbahn lebenden Tigerbestände zurückzuführen.“ Erneut habe sich Medan, die Hauptstadt der Provinz Nordsumatra, als eine der Hauptdrehscheiben des Tigerhandels erwiesen. „Unsere TRAFFIC-Kollegen konnten leider bis auf etwas mehr Aufklärungsarbeit kaum ernstzunehmende Maßnahmen gegen den illegalen Tigerhandel feststellen, obwohl die Drahtzieher durch unsere Recherchen sogar den Behörden bekannt sind.“ Die Studie beweise, dass es um den Artenschutz in Indonesien aufgrund der mangelnden Durchsetzung bereits bestehender Gesetze schlecht bestellt sei. „Solange Schmuggler von illegalen Tierprodukten nicht hinter Schloss und Riegel kommen und der Artentod als Kavaliersdelikt in Kauf genommen wird, haben die vom Aussterben bedrohten Tiger nur wenig Überlebenschancen“, stellt Stefan Ziegler fest.

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4 Post vom Tiger

Am 14. Februar 2010 begann nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“. Der WWF widmet der charismatischen Großkatze 2010 daher eine weltweite Schutz-Kampagne. Die Deutsche Post wird voraussichtlich bis zum nächsten chinesischen Neujahrsfest im Februar 2011 ihren Kunden die Tiger-Motive anbieten.

Die Umweltschutzorganisation WWF wird bei ihrer weltweiten Schutzkampagne zum chinesischen „Jahr des Tigers“ von der Deutsche Post unterstützt. Im Rahmen der auf Langfristigkeit angelegten Kooperation gibt es eine eigens gestaltete WWF-Aktionsmarke mit Tiger-Motiven. Mit dem Kauf dieser Briefmarke unterstützt der Post-Kunde den WWF und dessen Arbeit direkt mit 20 Cent. Die Tiger-Motive des WWF auf den Umschlägen des sogenannten „Plusbrief Individuell“ sind im Onlineshop der Deutschen Post erhältlich. Als Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit dem WWF erfüllen sämtliche Tiger-Produkte der Deutschen Post hohe Umweltstandards und sind mit dem FSC-Siegel für nachhaltige Holz- und Papierwirtschaft zertifiziert.

„Es freut uns sehr, dass die Deutsche Post den WWF bei seinen Schutzbemühungen für den Tiger unterstützt“, sagt Dirk Barth, Leiter Unternehmenskooperationen. „Von jetzt an kann jeder Brief-Schreiber seinen ganz persönlichen Beitrag leisten und dabei helfen, für diese charismatische Großkatze eine Wende zum Guten einzuleiten.“ Weltweit gibt es nach WWF-Angaben nur noch rund 3.200 wildlebende Tiger. Lebensraumverlust, Wilderei und illegaler Handel machen der Tierart zu schaffen.

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5 Tiger in Indien

5.1 Erster Nachwuchs

Im indischen Panna Tiger Reservat rotteten Wilderer innerhalb eines Jahrzehnts alle Tiger aus. Um die Bestände wiederherzustellen, wurden zwei Tigerweibchen und ein Männchen aus anderen Reservaten angesiedelt. Darüber hinaus verbesserten die Verantwortlichen den Schutz. Der WWF stattete die Umsiedler mit Sendehalsbändern aus und stellten ein Überwachungssystem zur Verfügung.

Am 2.6.2010 konnte die Umweltschutzorganisation einen ersten Erfolg melden. Drei Tigerbabys tapsten durch die Wälder des indischen Schutzgebiets. „Die Kleinen sind ein Hoffnungsschimmer für den gesamten Tigerschutz“, so Katalina Engel, WWF-Tigerexpertin. „Es ist das erste Mal, dass es in freier Wildbahn Nachwuchs bei umgesiedelten Tigern gibt.“ Die Geburten zeigen, dass umfassender Tigerschutz Früchte trage, fügte sie hinzu. Daher könnte auch in anderen Lebensräumen die Fortpflanzung umgesiedelter Tiere glücken. Man müsse die Aktion aber durch Schutzmaßnahmen begleiten. Dazu müssen ausreichende Beutetierbestände und ein Schutz vor Wilderern sichergestellt werden. Ob sich in Panna die Populationen bei der früher üblichen Zahl von 30 bis 35 Tieren stabilisieren werde, hänge davon ab, wie gut sie vor Wilderern geschützt werden.

Der WWF sagt, die drei Sprösslinge seien ausgerechnet 2010 geboren, im chinesischen Jahr des Tigers. Mit diesem Tierkreiszeichen verknüpfen die Chinesen Charaktereigenschaften wie Mut, Selbstbewusstsein und Tapferkeit. Solche Charaktereigenschaften haben die Tiger auch nötig. Heute gibt es nur noch etwa 3200 von ihnen in der Wildnis. Die Art ist derart bedroht, dass ohne drastische Schutzmaßnahmen viele von ihnen das nachste Jahr des Tigers 2022 nicht erleben werden. Der WWF startete daher eine weltweite Kampagne. Auch die Umweltschützer widmen ihm besondere Aufmerksamkeit und Energie. Sie versuchen, die Tigerbestände in den wichtigsten natürlichen Lebensräumen bis 2022 zu verdoppeln. (Flosdorff, 2010)

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6 Aktionen

6.1 Deine Tatze für den Tiger

Der Tiger darf nicht aussterben! Deshalb sucht Young Panda, das Kinderprogramm vom WWF Deutschland, engagierte Kids, die sich für den Tiger stark machen wollen. Vom 14.6. bis 16.8.2010 läuft die Mitmachaktion „Deine Tatze für den Tiger!“ Dabei können junge Tiger-Fans und Naturschützer ihre ganz persönliche Papier-Tigertatze gestalten.

Die Malvorlagen für die Tatzen kann jedes Kind für sich und seine Freunde im Internet herunterladen und ausdrucken. Es gibt sie unter www.young-panda.de. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ob die Tigerstreifen gemalt sind, ob Tigerbilder aufgeklebt sind, ob die Tatze mit Zeitungsschnipseln beklebt ist oder mit einem Gedicht verschönert: Alles rund um das Thema Tigerschutz hat Platz in der persönlichen Tigertatze!

Das fertige Werk schicken sie dann an Young Panda. Einsendeschluss ist der 16. August. Als Dankeschön bekommt jeder Teilnehmer das tolle „Tigerschützer-Abzeichen“, das er auf sein Lieblings-T-Shirt aufbügeln kann. Außerdem verlost Young Panda unter allen Tigerschützern einmal zwei Plätze in einem der spannenden Young Panda-Sommercamps, das im nächsten Jahr stattfindet. Weitere Preise sind Kuscheltiere, T-Shirts, Naturquiz-Spiele und Fußbälle.

Ende August findet im Duisburger Zoo ein großes Tigerfest statt. Dort werden alle eingesendeten Tatzen zur größten und buntesten Tigertatze der Welt zusammengeklebt. „Eine Riesen-Tatze sagt mehr als tausend Worte“, sagt Verena Bertram von Young Panda. „Sie ist unsere bunte Botschaft an die Regierungschefs, in deren Ländern heute noch wild lebende Tiger vorkommen. Die Politiker sollen sich für den Schutz des Tigers einsetzen.“

Young Panda ist das Kinderprogramm des WWF. Es wendet sich an für Kids und Teens von 7 bis 13 Jahren. Jeden Monat erhalten die jungen Naturschützer das Mitgliedermagazin „Young Panda-Aktuell“. Dort erfahren sie alles, was sie über Tiere und Natur wissen möchten. In Aktionen und Kampagnen setzen sie sich gemeinsam für den Schutz bedrohter Tiere und ihrer Lebensräume ein. Dazu finden zahlreiche Naturcamps statt, in denen sie die schönsten Regionen Deutschlands entdecken und spannende Abenteuer erleben.Mehr Infos zu WWF Young Panda gibt es im Internet unter www.young-panda.de. (Flosdorff, 2010a)

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6.2 Der Ausflug ins virtuelle Tigerland

Wer im Jahr des Tigers nicht in den Urlaub fährt, der kann das virtuelle Tigerland besuchen. Auch dieses neue multimediale Online-Spendentool ist Teil der Kampagne des WWF zum Schutz der majestätischen Großkatze. Auf der Website kann man spielerisch den Lebensraum des Tigers erkunden und auch ihn selbst beobachten, in freier Online-Wildbahn. Spendet man dann Geld, wächst sein Reich mit üppigen Wäldern, Wiesen, Bergen und Flüssen. Bereits für zehn Euro können ihm die User symbolisch ein Stück Land spenden. Damit treiben sie gleichzeitig den Tigerschutz in der Realität voran. Über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter können sie auch Freunden und Bekannten vom gerade erworbenen Stück „Tigerland“ berichten.

Doch damit nicht genug: „Mit etwas Glück entdeckt man auf seinen gespendeten Land einen der Tiger, dem man dann einen Namen geben kann“, sagt Julia Lönneker aus dem WWF-Internetteam. Dennoch kann man nicht mehr als 3200 von ihnen in der virtuellen Wildnis entdecken. Und damit gleicht sie wieder der Wirklichkeit. „Genau so viele, oder besser gesagt erschreckend wenige, leben heute noch in der Wildnis“, so Julia Lönneker.

Mit den ersten 25.000 Euro will der WWF für den Amur-Tiger 100.000 Hektar Lebensraum in der russischen Bikin-Region als Naturschutzkonzession pachten. Weitere 25.000 Euro würde es den Umweltschützern erlauben, ein Jahr lang 80.000 Hektar Regenwald im Tesso Nilo Nationalpark auf Sumatra vor Wilderern und illegalen Rodungen zu bewahren. Das Endziel des WWF bleibt, den Bestand der wild lebenden Tiger bis zum nächsten „Jahr des Tigers“ im Jahr 2022 zu verdoppeln. (Flosdorff, 2010b)

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6.3 Tiger-Gipfel auf Bali

Im Juli 2010 trafen sich auf der indonesischen Insel Bali Regierungsvertreter der dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Asien noch etwa 100.000 Tiger. Heute sind es nach Angaben des WWF noch 3200. Sie verteilen sich über die Staaten Bangladesh, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Russland, Thailand und Vietnam. Am 14.7.2010 legten diese Länder das Fundament zur weltweiten Rettung der Tierart.

In einer ersten Stellungnahme sagte Michael Baltzer, Chef des internationalen WWF Tiger Programms: „Ich bin mit dem Ergebnis dieses entscheidenden Meetings auf Bali sehr zufrieden.“ Auf Bali hätten die Delegierten konstruktiv und ergebnisorientiert zusammengearbeitet. Sie präsentierten erste nationale Aktionpläne als Vorstufe zu einem globalen Rettungsschirm. Darin sind unter anderem der Schutz und die Wiederherstellung ausreichend grosser und vitaler Tiger-Lebensräume enthalten, aber auch der effektivere Kampf gegen Schmuggel und Wilderei. Um sie unverzüglich zu implementieren, veranschlagten sie mindestens 356 Millionen US-Dollar (rund 280 Millionen Euro). Sie machten in ihrer Deklaration aber auch deutlich, dass die Pläne der finanziellen und technischen Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft und der Weltbank bedürfen.

„Es ist erforderlich, dass die Schutzbemühungen für den Tiger über Nationalstaatsgrenzen hinweg koordiniert und zugleich regional angegangen werden“, sagt Volker Homes, Leiter WWF Artenschutz und TRAFFIC. Die Tiger halten sich schließlich nicht an Ländergrenzen. Vielmehr seien sie in Ökosystemen zuhause, die sich über mehrere Staatsgebiete erstrecken. Der vorgelegte Plan sei solide und er bekenne sich klar zur Verdoppelung der Bestandszahlen bis 2022. Das soll langfristig das Überleben der Art sichern.

Nun sei der Weg frei zum großen Tiger-Gipfel im russischen St.Petersburg. Dort soll ein international abgestimmter Rettungsplan für die Großkatzen beschlossen werden. „In den Wochen bis zum Tiger-Gipfel liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Jetzt sind“, sagte Baltzer. Jetzt seien die Staats- und Regierungschefs am Zug. Sie müssten in St. Petersburg noch beweisen, dass sie tatsächlich auch bereit sind, den Tiger zu retten. (Gramling, 2010b)

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Quellen

Flosdorff, 2010: Nina Flosdorff, Sensation im Tiger-Reservat, Pressemitteilung, WWF, 2.6.2010

Flosdorff, 2010a: Nina Flosdorff, Jede Tatze zählt: junge Tigerschützer gesucht!, Pressemitteilung, WWF, 14.6.2010

Flosdorff, 2010b: Nina Flosdorff, Ausflug ins „Tigerland“, Pressemitteilung, WWF, 13.7.2010

Gramling, 2009: Roland Gramling, Tiger- Spuren im Schnee, Pressemitteilung, WWF, 18.12.2009

Gramling, 2010: Roland Gramling, Amur-Tiger: Naturschutzerfolge in Gefahr, Pressemitteilung, WWF, 18.3.2010

Gramling, 2010a: Roland Gramling, Sie haben Tiger-Post!, Pressemitteilung, WWF, 21.4.2010

Gramling, 2010b: Roland Gramling, Tiger-Rettung kostet 280 Millionen Euro, Pressemitteilung, WWF, 14.7.2010

Kampwirth, 2010: Ralph Kampwirth, WWF begrüßt Tiger-Allianz, Pressemitteilung, WWF, 29.01.2010

Ziegler, 2008: Stefan Ziegler, Schlussverkauf mit Tigern, Studie belegt: Indonesien setzt Artenschutzgesetze nicht durch, Pressemitteilung, WWF, 13.2.2008

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Autor

Autor: Christian Schäfer
Copyright: © 2002–2010 Biosphaere www.biosphaere.info

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Aktualisierungen

19.03.2010: Artikel angelegt

21.04.2010: Post vom Tiger. Die Deutsche Post unterstützt die WWF Tiger Kampagne mit einer Marke.

02.06.2010: Nach der Wiederansiedelung im indischen Panna Tiger Reservat tapsen erstmals wieder drei Tigerbabys durch den Wald.

15.06.2010: Das WWF Kinderprogramm Young Panda startet das Programm Deine Tatze für den Tiger! Dabei gestalten junge Naturschützer ihre eigene Tigertatze und können tolle Preise gewinnen.

13.07.2010: Der WWF bietet im Internet einen Ausflug ins virtuelle Tigerland an, um Spenden zum Schutz der echten Tiger zu sammeln.

15.07.2010: Delegierte der 13 Tigerstaaten haben auf Bali die Absicht erklärt, auf dem nächsten Tiger-Gipfel in St. Petersburg einen weltweiten Aktionsplan zum Schutz des Tigers zu beschließen.

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