Magazin für Umwelt- und Tierschutz
1 Videokonferenzen sparen Energie und Emissionen
2 Hallenbäder
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Videokonferenzsysteme können sowohl das Reisekostenbudget als auch die Treibhausgasbilanz von Unternehmen erheblich entlasten. Zu diesem Ergebnis kommt im Juni 2010 die Studie „The Telepresence Revolution” des Carbon Disclosure Projects (CDP). Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von Unternehmen in den USA und Großbritannien. Sponsor war AT&T. Durchgeführt wurde die Untersuchung von dem Forschungsinstitut Verdantix.
Der Report zeigt, dass sich die neue Art der Telekommunikation vor allem für große Unternehmen eignet. Ein Beispiel: Eine Firma mit einem Umsatz von einer Milliarde Dollar richtet vier Räume mit weiterentwickelter Videokonferenz-Technologie (Telepräsenz) ein. Diese Investitionen amortisieren sich innerhalb von nur 15 Monaten. Bereits im ersten Jahr spart sie 900 Geschäftsreisen. Das heißt:
Daher empfiehlt der WWF deutschen Unternehmen, vermehrt Videokonferenzsysteme einzusetzen. Sie sollten natürlich mit Strom aus regenerativen Energien betrieben werden. Das sei ein erster, kostngünstiger und einfacher Schritt, ihre Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren. Nach 2015 müssen sie weltweit drastisch sinken, so der WWF. (WWF, 2010a)
Die Bädergesellschaft Lünen mbH entwickelte mit Partnern wie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein optimiertes Bau- und Betriebskonzept. Das Unternehmen errichtet ein Hallenbad im Passivhausstandard. Es deckt seinen Energiebedarf überwiegend aus erneuerbaren Energien. Es soll den Verbrauch von Energie und Wasser so gering wie möglich halten. Die Lüftungsanlage wird bedarfsgerecht gesteuert und ist in der Lage, die Wärme aus der Abluft zurück zu gewinnen. Das Tageslicht wird weitestgehend ausgenutzt, ergänzt durch energetisch hocheffiziente Beleuchtungsanlagen. Das Hallenbad kommt mit einer geringeren Menge Chemikalien aus, denn ihr Einsatz wird abhängig von der Besucherzahl reguliert. Die Energie für seinen Betrieb stellt eine Photovoltaikanlage zur Verfügung. Es wird ergänzt durch ein Blockheizkraftwerk, das mit Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird. Mit dem Konzept sinkt der fossile Energiebedarf um mehr als 60 Prozent. Die Kohlendioxidemissionen konnte das Unternehmen im Vergleich mit einem herkömmlichen Neubau um mehr als 40 Prozent reduzieren.
„Die meist von Kommunen betriebenen Hallenbäder sind ein wichtiges Angebot für die Bevölkerung. Sie haben jedoch einen enormen Energieverbrauch, der die Kassen der Kommunen belastet. Mit diesem Projekt wird ein Weg gezeigt, wie Umweltschutz praktiziert, Energie eingespart und die kommunalen Finanzen geschont werden können“, sagte Ursula Heinen-Esser, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, die am 12.7.2010 die Gelder übergab.
Messgeräte analysieren das Projekt. Das macht die Technologie transparent und gewinnt Erkenntnisse für andere Neubau- und Sanierungsprojekte. Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen beteiligte sich an der Finanzierung mit 1.552.500 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm. (BMU, 2010)
BMU, 2010: Dr. Christiane Schwarte, Bundesumweltministerium fördert Hallenbad im Passivhausstandard, Pressemitteilung Nr. 107/10, Bundesumweltministerium, 12.7.2010
WWF, 2010a: Sigrid Goldbrunner, Umweltschutz im Cyberspace, Pressemitteilung, WWF, 17.6.2010
Autor: Jörg Wieprzeck
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18.06.2010: Artikel angelegt
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