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Magazin für Umwelt- und Tierschutz


 Energie sparen in Unternehmen

Inhalt

1 Videokonferenzen sparen Energie und Emissionen
2 Hallenbäder
Quellen
Aktualisierungen

1 Videokonferenzen sparen Energie und Emissionen

Videokonferenzsysteme können sowohl das Reisekostenbudget als auch die Treibhausgasbilanz von Unternehmen erheblich entlasten. Zu diesem Ergebnis kommt im Juni 2010 die Studie „The Telepresence Revolution” des Carbon Disclosure Projects (CDP). Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von Unternehmen in den USA und Großbritannien. Sponsor war AT&T. Durchgeführt wurde die Untersuchung von dem Forschungsinstitut Verdantix.

Der Report zeigt, dass sich die neue Art der Telekommunikation vor allem für große Unternehmen eignet. Ein Beispiel: Eine Firma mit einem Umsatz von einer Milliarde Dollar richtet vier Räume mit weiterentwickelter Videokonferenz-Technologie (Telepräsenz) ein. Diese Investitionen amortisieren sich innerhalb von nur 15 Monaten. Bereits im ersten Jahr spart sie 900 Geschäftsreisen. Das heißt:

  • In fünf Jahren spart sie 2,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Britische Firmen könnten bis 2020 ihre Kohlendioxidbilanz um 5,5 Millionen Tonnen verbessern.
  • Zudem beschleunigen die Videokonferenzen die Entscheidungsprozesse und können damit die Produktivität steigern.
  • Die Technologie spart Kosten. Durch den Einsatz der Telepräsenz ergibt sich eine Entlastung von 19 Milliarden Dollar.
  • Auch den Mitarbeitern kommt die neue Technik zugute. Sie berichten, dass sich durch die eingesaprten Reisen ihre Work-Life-Balance verbessert.
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen Videokonferenzen zeigen Telepräsenz-Systeme ein verbessertes Bild des Gesprächspartners. Das vermittelt das Gefühl, dass man sich im gleichen Raum befindet.
  • Indem Unternehmen die Technologie in ihre Klimastrategie integrieren, können sie die Akzeptanz steigern.
  • Das gleiche Bild ergibt sich auch in Deutschland, wie der Geschäftsführer des CDP Deutschland Caspar von Blomberg vermutet. Die Distanzen sind hier zwar kürzer, doch es gebe noch immer viele Geschäftsreisen.

Daher empfiehlt der WWF deutschen Unternehmen, vermehrt Videokonferenzsysteme einzusetzen. Sie sollten natürlich mit Strom aus regenerativen Energien betrieben werden. Das sei ein erster, kostngünstiger und einfacher Schritt, ihre Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren. Nach 2015 müssen sie weltweit drastisch sinken, so der WWF. (WWF, 2010a)

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2 Hallenbäder

Die Bädergesellschaft Lünen mbH entwickelte mit Partnern wie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein optimiertes Bau- und Betriebskonzept. Das Unternehmen errichtet ein Hallenbad im Passivhausstandard. Es deckt seinen Energiebedarf überwiegend aus erneuerbaren Energien. Es soll den Verbrauch von Energie und Wasser so gering wie möglich halten. Die Lüftungsanlage wird bedarfsgerecht gesteuert und ist in der Lage, die Wärme aus der Abluft zurück zu gewinnen. Das Tageslicht wird weitestgehend ausgenutzt, ergänzt durch energetisch hocheffiziente Beleuchtungsanlagen. Das Hallenbad kommt mit einer geringeren Menge Chemikalien aus, denn ihr Einsatz wird abhängig von der Besucherzahl reguliert. Die Energie für seinen Betrieb stellt eine Photovoltaikanlage zur Verfügung. Es wird ergänzt durch ein Blockheizkraftwerk, das mit Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird. Mit dem Konzept sinkt der fossile Energiebedarf um mehr als 60 Prozent. Die Kohlendioxidemissionen konnte das Unternehmen im Vergleich mit einem herkömmlichen Neubau um mehr als 40 Prozent reduzieren.

„Die meist von Kommunen betriebenen Hallenbäder sind ein wichtiges Angebot für die Bevölkerung. Sie haben jedoch einen enormen Energieverbrauch, der die Kassen der Kommunen belastet. Mit diesem Projekt wird ein Weg gezeigt, wie Umweltschutz praktiziert, Energie eingespart und die kommunalen Finanzen geschont werden können“, sagte Ursula Heinen-Esser, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, die am 12.7.2010 die Gelder übergab.

Messgeräte analysieren das Projekt. Das macht die Technologie transparent und gewinnt Erkenntnisse für andere Neubau- und Sanierungsprojekte. Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen beteiligte sich an der Finanzierung mit 1.552.500 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm. (BMU, 2010)

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Quellen

BMU, 2010: Dr. Christiane Schwarte, Bundesumweltministerium fördert Hallenbad im Passivhausstandard, Pressemitteilung Nr. 107/10, Bundesumweltministerium, 12.7.2010

WWF, 2010a: Sigrid Goldbrunner, Umweltschutz im Cyberspace, Pressemitteilung, WWF, 17.6.2010

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Autor

Autor: Jörg Wieprzeck
Copyright: © 2002–2010 Biosphaere www.biosphaere.info

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Aktualisierungen

18.06.2010: Artikel angelegt

12.07.2010: Ein neues Konzept für Hallenbäder spart gegenüber einer herkömmlichen Anlage Chemikalien, 60 Prozent der Energie und 40 Prozent des Treibhausgasausstoßes.

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