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Magazin für Umwelt- und Tierschutz


 Grindwaljagd auf den Faröerinseln

Inhalt

1 Protest gegen Grindwalfang
2 Antwort von Greenpeace
3 Antwort der dänischen Botschaft
4 Stellungnahme von AKT
5 Zur Stellungnahme
6 Antwort des Dänischen Generalkonsulats
Aktualisierungen

Unbenanntes Dokument

1 Protest gegen Grindwalfang

Seit Jahren kursieren durch E-Mail Verteiler von Tierschützern die immer gleichen Bilder: Das Meer ist rot und darin liegen tote Wale, umgeben von Menschen. Es geht um die Grindwaljagd auf den dänischen Faroer Inseln. Nun nahm sich Peter Arras von der Tierrechtsorganisation Aktion konsequenter Tierschutz (AKT) des Themas an und schrieb einen Protestbrief an die dänische Botschaft in Berlin.

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2 Antwort von Greenpeace

Auch wenn die Bilder zum Teil älter als fünf Jahre sind, spiegeln sie die aktuellen Ereignisse wieder. Nachdem die Kleinwale in die Bucht getrieben und abgeschlachtet werden, wird das anfallende Fleisch an die Einwohner der Inseln verteilt. Was mit den Tieren geschieht, ist unentschuldbar. Die Einwohner begründen ihre Jagd unter anderem damit, dass der Bestand der Pilotwale in dem Seegebiet nicht bedroht ist.

Leider gibt es juristisch keine Handhabe gegen die Jagd: Obwohl die Färöer unter dänischer Verwaltung stehen und das Land zur EU gehört, gibt es im EU-Vertrag für die Färingische Autonomieverwaltung und die Grönlands eine Ausnahme. Die Folge ist: Die Inseln verstoßen nicht gegen die EU-Gesetzgebung

Auch die Internationale Walfangkommission (IWC) bietet keine Handhabe, denn diese reguliert nur die 13 Großwalarten, die Pilotwalarten gehören nicht dazu. Unsere Greenpeace Forderung lautet: Die IWC muss ihr Mandat auch auf die Kleinwale ausweiten und etwas gegen die jährlich stattfindende Abschlachterei tun. Ansprechpartner sei die Internationale Walfangkommission, die unter folgender Adresse zu erreichen sei.

The International Whaling Commission
The Red House,
135 Station Road,
Impington,
Cambridge,
Cambridgeshire CB24 9NP, UK

und die dänische Botschaft:

Königlich Dänische Botschaft
Rauchstr. 1
10787 Berlin
Tel. +49 - (0)30 - 50 50 20 00
Fax +49 - (0)30 - 50 50 20 50
E-Mail: beramb@um.dk

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3 Antwort der dänischen Botschaft

Die Botschaft antwortete wie folgt:

Die kgl. Dänische Botschaft dankt Ihnen für Ihre Anfrage und übersendet Ihnen hiermit Informationen zum Grind-Walfang auf den Färöer Inseln.

Das dänische Außenministerium und die dänischen Botschaften im Ausland haben Schreiben von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, die sich kritisch zum Fang von Grindwalen auf den Färöer Inseln äußern. Fast alle dieser Schreiben beziehen sich auf E-Mails, die Bilder vom Walfang auf den Färöer Inseln zeigen sowie unvollständige und unzutreffende Behauptungen über die Jagd aufstellt, u.a. dass sie Teil eines „Erwachsenenritual“ seien.

Das dänische Außenministerium nimmt zur Kenntnis, dass Menschen beim Anblick der oben genannten Bilder und Begleittexte möglicherweise emotional berührt werden. Dennoch ist es wichtig, sich bei der Bildung eines Urteils nicht von Bildern, bzw. unvollständige Informationen beeinflussen zu lassen. Es ist daher geraten, sich über diesen ersten visuellen negativen Eindruck, mit fundierten Informationen auseinanderzusetzen.

Informationen zur färöischen Treibjagd auf Grindwale können auf folgender Internetseite abgerufen werden: www.whaling.fo. Hier findet man eine Reihe aufschlussreicher Fakten, u.a.:

- Der Walfangs dient der Nahrungsbeschaffung
- Die Jagd wird von den Behörden reguliert
- Der Fang wird nachhaltig betrieben
- Die färöische Verwaltung nimmt den Tierschutz ernst, auch in Bezug auf die Walfang

Die Färöer Inseln haben eine Selbstverwaltung innerhalb des Königreichs Dänemark. Die Inseln sind nicht in die dänische Mitgliedschaft der Europäischen Union eingeschlossen. Themen bezüglich Industrie, Landwirtschaft, Umwelt, Fischerei und Walfang sind Angelegenheiten der färöischen Selbstverwaltung.

Informationen, die über die o.g. Internetseite hinausgehen, sind direkt vom Auswärtigen Amt der färöischen Regierung mfa@mfa.fo. bzw. vom Färöischem Ministerium für Fischerei und Meeresangelegenheiten fisk@fik.fo. zu erfragen.

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4 Stellungnahme von AKT

Zu diesem Brief nahm AKT inzwischen Stellung. Der Geschäftsführer Peter Arras begründete ein Verbot mit einer Reihe von Argumenten.

  • Die Wale seien nicht in dänischen Gewässern gewachsen und hätten sich auch nicht von der Ressourcen des Landes ernährt. Daher dürfen sie die Bewohner nicht als Nahrungsquelle nutzen.
  • Da sie als Nomaden der Weltmeere in internationalen Gewässern leben, seien sie Allgemeingut. Sie dürfen daher nur gefangen werden, wenn alle übrigen Nationen die Jagdaktivitäten ausdrücklich billigen.
  • Walfang sei schon aus ethischen Gründen unmöglich. Bei Wirbeltieren sei in Deutschland tierschutzrechtlich vorgeschrieben, vor der Tötung zu betäuben. Bei Walen sei das technisch unmöglich. Daher gebe es keine humane, schnelle und schmerzfreie Methode, die Tiere zu töten.
  • Als mitweltethisch denkende und agierende kosmopolitische Organsiation sei er sich mit zahllosen Menschen der Erde einig, die Jagd der dänischen Staatsangehörigen aufs Schärfste zu mißbilligen.

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5 Zur Stellungnahme

Diese Begründung erscheint etwas seltsam, denn

  • erstens werden viele Lebensmittel aus Pflanzen und Tieren importiert.
  • zweitens werden auch Fische in internationalen Gewässern gefangen. Wenn jeder Fischfang der Zustimmung bedürfte, würde es heute keinen Großwalfang mehr geben.
  • drittens werden auch Fische und andere Meeresfrüchte nicht vor der Tötung durch Fischer betäubt. Bei der Betäubung handelt es sich um eine Zusatzleistung von Menschen. In der freien Natur, unter Tieren und auch bei Walen ist sie nicht die Regel. Vögel verschlucken Fische nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland lebendig und nicht betäubt. Im Maul der Zahnwale werden die Opfer zerbissen, im Maul der Bartenwale ersticken sie. In der Natur selbst geht es grausam zu. Ethische Argumente in der Ernährung sind eher eine Frage von persönlichen Überzeugungen. Man greift auf Nahrungsquellen wie Pflanzen zurück, die man für nicht empfindungsfähig erklärt und die den Menschen nicht ähnlich sind.

Begründen kann man das Walfangverbot eher damit, dass die Art möglicherweise ausstirbt. Dazu liegen Biosphaere allerdings noch keine Zahlen vor. Ein anderes beliebtes Argument ist die Schadstoffbelastung des Fleisches, die sich durch Essen vieler Beutetiere in den Grindwalen angereichert hat.

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6 Antwort des Dänischen Generalkonsulats

Auf einen anderen Protestbrief zu dieser häufig auftauchenden E-Mail antwortete das Dänische Generalkonsulat in Hamburg am 30.6.2010. Darauf seien nicht etwa Delfine zu sehen, wie die Autorin des Protstbriefes geschrieben habe, sondern Pilotwale auf den Faroer-Inseln. Die Fotos seien sehr selektiv und teilweise veraltet. Die Kommentare seien aufhetzend und irreführend. Das Konsulat empfahl bei Interesse, das Internetangebot www.whaling.fo aufzusuchen. Auch in der Internet-Enzykopädie Wikipedia gebe es einen Artikel mit dem Namen „Whaling in the Faroe Islands“. Die Tatsachen, die man dort finde seien unter anderem:

  • Die Absicht des Fangs ist es, Nahrung zu produzieren.
  • Die Jagd ist durch die Behörden reguliert.
  • Die Jagd ist biologisch nachhaltig.
  • Die Behörden der Faroer Inseln bemühen sich ständig, die Tötungsmethoden zu verbessern.

Bei weiteren Fragen verwies das Generalkonsulat auf die E-Mail Adresse der Regierung der Faroer Inseln mfa@mfa.fo .

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Autor

Autor: Christian Schäfer
Copyright: © 2002–2010 Biosphaere www.biosphaere.info

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Aktualisierungen

30.06.2010: Artikel angelegt

15.07.2010: Eine Antwort des Dänischen Generalkonsulats auf einen weiteren Protest.

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