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Magazin für Umwelt- und Tierschutz


 Wale - Jagd auf die letzten Bestände 2

Inhalt

2 Jagd auf den Wal
    2.21 2000: Japan beginnt mit der Jagd auf Pott- und Brydewale,
Alternative Whale-Watching
    2.22 2001: Der Bestand der Nordkaper erholt sich nicht
    2.23 2002: Japan beginnt mit der Jagd auf Seiwale
Greenpeace nennt Kriterien für gutes Whale-Watching
    2.24 2003: Island nimmt die Jagd auf
    2.25 2006: Resolution für kommerziellen Walfang, Reaktionen
    2.26 2007: Lage, Walsymposium, Entscheidung der UN Artenschutzkonferenz
    2.27 August 2007: Island beendet Walfang mangels Absatzmarkt
    2.28 Dezember 2007: Norwegen erhöht Quote, Japan beginnt mit der Jagd auf Finnwale, Australien schickt Beobachtungsschiff
    2.29 2008: Termine
    2.30 Januar 2008: Waljagdsaison in der Antarktis
    2.31 15.4.2008: Japanische Walfangflotte erreichte nur die Hälfte der Quote
    2.32 6.5.2008: Die Jagd in Norwegen hat begonnen
    2.33 21.5.2008: Walfang-Saison in Island beginnt
    2.34 21.5.2008: Petition zu quecksilberbelastetem Delfinfleisch
Aktualisierungen

2 Jagd auf den Wal

2.21 2000: Japan beginnt mit der Jagd auf Pott- und Brydewale,
Alternative Whale-Watching

Japan Norwegen
2000 weitete Japan die Jagd auf Pott- und Brydewale aus. Dabei beruft sich das Land auf das Recht zu wissenschaftlichem Walfang. Deshalb sind die Schiffe auch mit dem Wort „Research“ beschriftet. Die Crew entnimmt Gewebeproben und untersucht den Mageninhalt der gefangenen Tiere. Doch bisher konnte noch kein Land bei dieser Art von Walfang die Mindestkriterien des IWC erfüllen. Das Fleisch dagegen galt in Japan weiterhin als Delikatesse.

Im gleichen Jahr war aber auch eine andere Walnutzung zu einer echten wirtschaftlichen Alternative gereift: Die Walbeobachtung, das „Whale Watching“. Der Umsatz betrug 2000 bereits über eine Milliarde US-Dollar, mit steigender Tendenz. Die Touristen beobachteten Narwale vor Grönland, Blauwale in der Antarktis, Buckelwale vor Tonga, Ganges-Delfine in Nepal, kurz: Wale aller Größen. Das Erlebnis ist überwältigend und fördert die Achtung von Veranstaltern und Reisenden vor den grauen Riesen. Es stärkt aber auch das Interesse, sie und ihre Umwelt zu schützen. Es bietet eine wirtschaftliche Grundlage für die Einheimischen mit Arbeitsplätzen und Einkommen, ohne den Tieren zu schaden. Die Fahrten finanzieren aber auch Forschungsprojekte.

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2.22 2001: Der Bestand der Nordkaper erholt sich nicht

Japan Norwegen

Nicht mehr bejagt, sollten sich die anfangs dezimierten Nordkaper eigentlich wieder erholen, doch sie vermehren sich nicht. In ihrem Verbreitungsgebiet liegen einige der meistbefahrenen Schiffsrouten. Beim Überqueren dieser Wasserstraßen trugen sie durch Kollisionen mit Schiffen und Schiffsschrauben Narben davon. Sie leben aber auch in einem der am Stärksten befischten Gebiete der Welt. So verstrickten sie sich auch in Netze. Es ist ein gefährliches Navigieren durch einen Wald von Tauen, die zu den Hummer- und Fischnetzen führten. Staat, Industrie und Fischer beschlossen ein umfangreiches Schutzprogramm. Kapitäne halten Abstand und die Fischer benutzen andere Netze, die weniger Verletzungen verursachen.

2001 beschäftigte sich ein Team um die Biologin und Walbeobachterin Moira Brown vom Center for Costal Studies um die verbliebenen Tiere. Sie wollten verstehen wie sie leben, wieviel Lebensraum sie brauchen, wieviel Mitglieder für eine erfolgreiche Fortpflanzung erforderlich sind. Ziel war ein Gesamtbild der Lebensweise.

Professor Brad White von der Trent University in Ontario (Kanada) brachte sein Wissen in die Forschungsgruppe ein. Er erwartet, dass die bekannten Nordkaper 30 Kälber im Jahr bekommen, um ihren Bestand zu erhalten. Untersuchungen ergaben aber, dass es in den vergangenen 20 Jahren nur 10 oder 11 waren. Die Mütter können nicht mehr Kalben. So suchten er mit einem Team nach den Ursachen. Es gab viele Vermutungen. An der Nahrung lag es nicht, nicht am Klimawandel und auch nicht an genetischen Defekten.

Nun gibt es zwei Arten von Erbgut in Form der Desoxyribonukleinsäure (DNS, englisch DNA): die des Zellkernes und die der Mithochondrien. Letztere sind halbselbstständige Bakterien, die jeder Zelle Energie liefern. Die Mithochondrien-DNA wird nur von den Müttern weitergegeben und bleibt unverändert. Dazu schoß das Team um Brad White per Armbrust einen speziell anfertigten Bolzen in die Speckschicht und entnahm damit Fettzellen. Der Wal soll das nicht spüren. Das Erbgut kann man analysieren. Das fand an der Trent University statt. Da die Nordkaper auch ein sehr individuelles Aussehen haben, ist es möglich, das Erbgut einzelnen Tieren zuzuordnen und Stammbäume zu erstellen. Die Fotos dazu lieferte die Konservatorin Deborah Tobin von East Coast EcoSystems. Eine langwierige Arbeit. So stellte der Biologe White fest, dass alle untersuchten Wale von fünf Müttern abstammt. Untersucht wurden 80 bis 90 Prozent der bekannten Nordkaper. Das sei für eine gesunde Population und zur Arterhaltung zu wenig. Dadurch trete Inzucht auf und führe laut White zu Krankheiten und Fehlgeburten. In 100-200 Jahren könnte die Art ausgestorben sein. Das aber habe die Menschheit zu verantworten. Moira Brown kennt Arten mit geringerer genetischer Vielfalt und sie überleben auch.

White ist anderer Meinung. Nun gibt es noch ältere DNA. Die steckt in Knochen, die auf dem Gelände der alten baskischen Walfangstationen herumliegen. Dazu kommen die, die Canada National Parks in sogenannten Walhäusern aufbewahrt. Das Salzwasser hat sie geschützt. Diese Knochen kann man anbohren und ihre DNA analysieren. Die Untersuchungen zeigen, dass damals die genetische Vielfalt wesentlich größer war. Diese DNA könnte man verwenden, um die genetische Vielfalt wieder zu vergrößern. Klonen jedoch würde nichts an der geringen Genvielfalt ändern. Andererseits könnte man die Weibchen künstlich befruchten. Das ist jedoch schwierig. Erstens hätte es der Wissenschaftler mit einem wesntlich größerem Lebewesen zu tun und zweitens kämpfen viele männliche Wale um einen weiblichen, nachdem er sie gerufen hat. Dabei geht es nicht gerade sanft zu. Die Konkurrenz wäre also viel zu groß.

Die bekannten Wale leben in New Brunswick, in der Bucht von Foundy. Bei der Bestandsaufnahme stellte sich aber auch heraus, dass es noch eine zweite Gruppe von Nordkapern geben muss. Man trifft nur wenige der Tiere und kennt auch nicht ihren Lebensraum. Eine zweijährige Suche blieb erfolglos. Sie müssen irgendwo abseits der Schiffahrtsrouten leben, in einem wenig erforschten Gebiet. Die Suche nach ihnen gleicht der nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Beide Gruppe bleiben unter sich, können also ihren Genbestand nicht durch auswärtige Tiere auffrischen. Die Größe dieses zweiten Bestandes kannten die Wissenschaftler nicht. Er war allerdings weniger durch Schiffe und Fischer gefährdet.

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2.23 2002: Japan beginnt mit der Jagd auf Seiwale
Greenpeace nennt Kriterien für gutes Whale-Watching

Japan Norwegen
2002 begann Japan zusätzlich mit der Jagd auf Seiwale. Seit 1986 waren dem Land etwa 14.000 Großwale zum Opfer gefallen.

Geschützt sind die Wale zu dieser Zeit durch das Walfangverbot der Walfangkommision (seit 1986), dem Walschutzgebiet im Südpolarmeer (seit 1994) und das Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Zu dieser Zeit gehörten bereits 40 Staaten der Internationalen Walfangkommision an, die sich jährlich trifft. Greenpeace nimmt regelmäßig als Nichtregierungsorganisation an den Konferenzen teil und forderte einen Weltpark für Wale, damit sich die Tiere ungehindert zwischen tropischen und polaren Meeren bewegen können. Die Organisation sprach davon, dass sich Japan bemühe, auch durch Stimmenkauf den Walfangstopp zu kippen.

Greempeace berichtete, dass man noch nicht wisse, wie sich das Whale Watching auf das Verhalten und die Ökologie der Meeressäuger auswirke. Die Umweltschützer nannten aber Voraussetzungen, an denen man einen guten Veranstalter erkennen könne:

  • ein seetüchtiges Boot mit Sicherheitseinrichtungen wie Schwimmwesten und Rettungsbooten.
  • ein Walexperte, der Basiswissen und Begeisterung vermitteln könne, auch wenn keine Wale auftauchen.
  • eine gute Ausrüstung wie Unterwassermikrophone für die Walstimmen.
  • eine geringe Anzahl von Booten.
  • einen Mindestabstand zu den Walen, um sie nicht zu bedrängen und der Gefahr von Kollisionen auszusetzen.

Nur die Tiere sollten bestimmen, wieviel Nähe sie zulassen. Es ist das gleiche Recht, das auch jedem Menschen zusteht. Treffe man auf einen unseriösen Veranstalter, solle man auf die Fahrt verzichten und seine Adresse einer Naturschutzorganisation melden.

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2.24 2003: Island nimmt die Jagd auf

Japan Norwegen Island
2003 begann auch Island wieder mit wissenschaftlichem Walfang auf Minkewale im Nordatlantik.

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2.25 2006: Resolution für kommerziellen Walfang, Reaktionen

Japan Norwegen Island
Vom 16. bis 20. Juni 2006 fand in St. Kitts and Nevis die 58. Vertragsstaatenkonferenz des IRCW statt. Dabei waren Walbefürworter in der Überzahl. So gelang es ihnen, mit einer Stimme Mehrheit eine Resolution zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu verabschieden. Da aber Resolutionen mit einfacher Mehrheit beim IRCW rechtlich nicht bindend sind, konnten sich die Walschutzländer von dieser Entscheidung distanzieren. Das Moratorium zum Walfangstopp bleibt damit gültig.

Im November erhöhten 25 Staaten mit einer gemeinsamen Erklärung (Demarche) den Druck auf die isländische Regierung. Die Länder seien „tief enttäuscht, dass die isländische Regierung sich dafür entschieden hat, den kommerziellen Walfang trotz des international vereinbarten Walfangverbotes wieder aufzunehmen.“ Die Unterzeichner-Staaten waren Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Luxemburg, Mexiko, Monaco, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Peru,Portugal, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien, die USA und die Kommission der Europäischen Union. Am 3.11.2006 waren bereits sieben von neun angekündigten Finnwalen erlegt. Zu der Zeit florierte bereits das Whale-Watching als Tourismusbranche.

Die Fischereilobby, einige Wissenschaftler und manche Politiker befürworteten noch immer die Jagd auf Zwerg-, Bryde-, Sei- und Pottwale. Ihr Argumente waren, die Wale essen große Mengen Fische und Kalmare und zeigen zum Beweis Bilder von Walmägen voller Fische. Walschützer hielten dagegen, dass eher die Überfischung die Nahrungsgrundlage der Wale bedrohe. Sie müssen bejagt werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Das aber ist ja durch die Fischerei gestört worden.

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2.26 2007: Lage, Walsymposium, Entscheidung der UN Artenschutzkonferenz

Japan Norwegen Island
Auch nach dem Fangverbot für Wale jagten Fischer aus Norwegen und Japan weiterhin Wale. Seit Jahren fordern Japan, Norwegen und Island die Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs. Norwegen beruft sich dabei weiter auf die Tradition. Japan gibt vor, für wissenschaftliche Studien zu töten. Ein Walforschungsinstitut untersucht dabei den Mageninhalt der Tiere. Praktisch, wenn bei solchen „Forschungen“ das Fleisch der Wale abfällt, in eigens dafür gebauten Fabrikschiffen verarbeitet und in japanische Supermärkte geliefert werden kann. „Erforscht“ werden dabei seit Jahren auch nur die Minkewale, denn sie haben eine handliche Größe von neun Metern und lassen sich wegen ihrer Zutraulichkeit auch leicht fangen. Japan gesteht sich dabei eine Quote von 900 Tieren pro Jahr zu. Im Zeitalter des Schlankheitswahns ist nun nicht mehr der Speck, sondern das Fleisch begehrt. Währenddessen geht der Appetit der Japaner auf Walfleisch seit einiger Zeit stark zurück. Dennoch erzielt es noch hohe Preise.

Im Frühling brach die japanische Flotte ertsmals seit 20 Jahren ihre Jagd ab. Das Mutterschiff brannte.

Am 12. und 13. April fand das Symposium on the State of the Conservation of Whales in the 21st Century im UN Hauptquartier in New York, auch gesponsert von der Pew Environment Group. Die Internationale Walfangkommission traf sich zur jährlichen Vertragsstaatenkonferenz am 31. Mai 2007 in Anchorage.

Die 14. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen beschloß zu den Großen Walen: „14.81: No periodic review of any great whale, including the fin whale, should occur while the moratorium by the International Whaling Commission is in place.“ Die Delegierten sahen es also nicht als notwendig an, den Walschutz regelmäßig zu bewerten, solange das Moratorium zum Walfangstopp gilt.

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2.27 August 2007: Island beendet Walfang mangels Absatzmarkt

Japan Norwegen
Am 24.8.2007 beendete Island vorerst den kommerziellen Walfang. Der isländische Fischereiminister Einar K. Gudfinnson bestätigte das gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es werden keine weiteren Quoten mehr festgesetzt, da es keinen Markt für das Fleisch gibt. Von der Quote von 30 Zwergwalen und neun Finnwalen waren bis zu diesem Zeitpunkt sieben Zwergwale und sieben Finnwale imsogenannten wissenschaftlichen Walfang erlegt worden. Es gab auch im eigenen Land heftige Proteste gegen die Entscheidung. Besonders Geschäftsleute und die Tourismusbranche befürchteten Schäden für die isländische Wirtschaft. Laut IFAW erwirtschaftete der Tourismus zu den Walen in diesem Jahr 15 Millionen Euro.

2.28 Dezember 2007: Norwegen erhöht Quote, Japan beginnt mit der Jagd auf Finnwale, Australien schickt Beobachtungsschiff

Japan Norwegen
2007 erklärten norwegische Politiker ihre Absicht, die Fangqoute für nordostatlantische Minkewale wieder auf 2000 zu erhöhen. Japan beabsichtigte, ihre „Untersuchungen“ auf weitere Walarten auszudehnen, auf die schnellen Finnwale und die singenden Buckelwale. Das meldete Greenpeace. Fünfzig von jeder Art sollten jährlich sterben. Am 21. Dezember 2007 verzichtete das Land zumindest auf die Jagd nach Buckelwalen. Regierungssprecher Nobutaka Machimura erklärte, sie wollen nicht von ihrem Plan abrücken, wissenschaftlichen Walfang zu betreiben. Das Land wolle aber die Jagd verschieben, zumindest auf Buckelwale, solange die Gespräche mit der IWC anhalten. Buckelwale waren seit den Sechziger Jahren von Jagden verschont geblieben. Weiter beruft es sich auf die lange Tradition des Walfangs auf der Insel. Im November begann die neue Saison. Am 18.11.2007 stellte auch die Internationale Walfangkommission IWC fest, dass das nun schon 18 Jahre andauernde japanische wissenschaftliche Walfangprogramm (JARPA) keine neuen Erkenntnisse über die Wale gebracht hat, auch nicht über die Zwergwale. Seit 1986 töteten japanische Walfänger 10.500 Wale, davon fast 10.000 Zwergwale. Bis Sommer 2008 sollen 1.400 weitere Opfer hinzukommen. Japan und Norwegen beabsichtigen, insgesamt 3000 Zwergwale zu erlegen.

Nun aber kamen neue Probleme auf die Walfänger zu. Der neue australische Ministerpräsident Kevin Rudd, bekannt für seinen Beitritt zum Klimaschutzabkommen Kyoto-Protokoll, setzte seine Flotte ein. Er erklärte, er sei sich der Tiefe seiner bilateralen Beziehungen zu Japan voll bewusst. Er sei sich aber auch bewusst, dass niemand glaube, dieser Walfang diene wissenschaftlichen Zwecken. Er drohte damit, ein Beobachtungsschiff auf die Walfänger anzusetzen. Es solle Fotos von ihren Aktivitäten machen. Die sollen dann beweisen, dass das nichts mit wissenschaftlichen Zwecken zu tun habe. Das machte zumindest vorübergehend Eindruck. Greenpeace begrüßte zwar den Schritt, forderte Japan aber dazu auf, den ganzen Walfang für immer zu beenden. Der australische Kapitän eines Ausflugsschiffes bot derweil japanischen Touristen an, die Jagd kostenlos zu beobachten. Das sei seine Art, bei Japanern für Sympathie zu den Walen zu werben.

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2.29 2008: Termine

Japan Norwegen

  • Das Jahr beginnt mit der Ausstellung Deadline zum Zustand der Meere, ausgerichtet auf der Bootsmesse in Düsseldorf. Sie findet von 19. bis 27. Januar 2008 in der Halle 14, Stand 14E56 statt.
  • Am 30. und 31. Januar richtet die Pew Environment Group, in Tokyo das The Pew Tokyo Whale Symposium aus. Pew ist nach eigenen Angaben eine Faktenfabrik, die Daten aus unterschiedlichen Lebensbereichen ermittelt. Viele Journalisten zitieren diese Daten.

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2.30 Januar 2008: Waljagdsaison in der Antarktis

Japan Norwegen
Januar 2008 kreuzte die japanische Walfangflotte weiter im Südpolarmeer, um 50 Finnwale und 935 Südliche Zwergwale zu töten. Dieses größte Waljagdprogramm seit den Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission wird laut schweizer Tagesschau begleitet von Schiffen der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepard Conservation Society. Sie wollen die sechs japanischen Schiffe am Fang hindern. Die australische Regierung schickte den Eisbrecher „Oceanic Viking“ in das Jagdrevier, um den Verstoß gegen den Walfangstop zu dokumentieren. Das bestätigte der australische Umweltminister Peter Garrett. Später soll auch ein Flugzeug ausgesandt werden. Am 12. Januar entdeckte das Greenpeace Schiff Esperanza die Flotte. Nachdem die Esperanza das Leit- und Fabrikschiff Nisshin Maru 24 Stunden lang mit hoher Geschwindigkeit verfolgt hatte, verließ die Walfangflotte am 14.1.2008 das Jagdgebiet. Später wollen sich die Greenpeace Aktivisten mit Schlauchbooten zwischen Walfänger und Wal stellen. Mit Hochdruckpumpen werden sie dann eine Wasserwand erzeugen, um dem Harpunier die Sicht zu nehmen. Die Flotte fuhr erst einmal zum Auftanken. Die Esperanza folgte ihr weiter in Sichtweite. Von diesem Einsatz berichtet die Greenpeace-Mitarbeiterin Regine Frerichs in ihrem Blog http://blogs.greenpeace.de/antarktis2008/#content. */ ?> Ein australischer Richter bezeichnete die Waljagd indes als illegal. Gegen das Treiben könne man jedoch nichts ausrichten.

Am 15. Januar 2008 betraten der Brite Giles Lane und der Australier Benjamin Potts das japanische Walfangschiff Yushin Maru Nr.2, um eine Petition zu übergeben. Daraufhin nahm die japanische Besatzung die Sea-Shepard Aktivisten gefangen. Sie band die zwei nach der Übergabe der Dokumente an den Mast. Dann warf sie Sie den Beiden vor, das Schiff illegal betreten zu haben. Es sei ein Akt der Piraterie, erklärte Glenn Inwood vom Japanischen Institut für Walforschung. Der Kapitän des Sea Shepard Schiffes „Steve Irwin“, Paul Watson hielt die Aktion für gerechtfertigt. In einem Radiointerview erklärte er, schließlich verstoße die Waljagd gegen das Völkerrecht. Der Australische Außenminister Stephen Smith forderte die japanische Behörden auf, sich für die Freilassung der Aktivisten einzusetzen. In einem späteren Interview teilte der Außenminister mit, die japanischen Behörden hätten nach Gesprächen zugesagt, die beiden Männer auf ihr Schiff zurückzubringen. Bis zum Ende des 16. Januars waren sie laut Paul Watson noch nicht zurückgekehrt. Erst am 18.1.2008 übergab die Besatzung der Yushin Maru No. 2 die zwei an das Australien Küstenwachschiff Oceanic Viking und diese gaben sie weiter an die Steve Irwin.

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2.31 15.4.2008: Japanische Walfangflotte erreichte nur die Hälfte der Quote

Japan Norwegen

Am 15.4.2008 kehrte die japanische Walfangflotte in ihren Hafen vor Tokyo zurück. 935 Zwergwale waren ihr Ziel, davon tötete sie aber nur 551. Ebenso erfreulich verlief es bei den Finnwalen und Buckelwalen. Hier war die Quote auf je 50 Tiere festgelegt, wovon sie keines töten konnte. Das berichtet Kapitän Paul Watson von Sea Shepard. „Japan erreichte sein Ziel nur zu 53 Prozent.“, sagte Watson. „Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass die Sea Shepard Crew ernsthaft ihre Gewinne beeinträchtigt hat. Meine Crew und ich sind erfreut, dass 484 Wale, die sonst bösartig getötet worden wären, nun in Freiheit schwimmen können. Und wir sind besonders zufrieden, dass kein Finn- oder Buckelwal gestorben ist.“

„Es ist wirklich bedauerlich, dass wir das Projekt nicht wie geplant durchführen konnten,“ sagte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Toshiro Shirasu. Die Sabotage durch Aktivisten ist eine Hauptursache des Fehlschlages, sagte Shigeki Takaya, Sprecher der Fischereibehörde. Wir sind verärgert darüber, dass sie solch gefährliche Aktivitäten entfalten können und es sie noch nicht einmal störe. Peter Hammerstedt, zweiter Offizier des Sea Shepard Schiffes Steve Irwin amüsierte sich über diesen Kommentar. Natürlich störe es ihn nicht, dass die Walfangzahlen gering waren. Sie seien stolz darauf, verhindert zu haben, dass sie den Rest töten. In der nächsten Saison wolle man es wieder tun. „Unsere Crew hat gute Arbeit geleistet und wir sind erfreut darüber, dass wir den japanischen Walfänger so viel Geld und Ärger gekostet haben.“

Die japanische Regierung berichtete weiter, die australische Regierung ermittele wegen Verbrechen, die Sea Shepard gegen die Walfangflotte begangen habe. Wenn es so sei, wisse Watson nichts davon. Die Polizei habe sie noch nicht befragt. Die Jäger denken wohl, wenn sie sie Kriminelle nennen, hielten die Menschen sie auch dafür. Kriminell seien aber die Handlungen der Walfänger.

2006 töteten die Walfänger von ihrer eigenen Walfangquote noch 90 Prozent, 2007 nur 51 Prozent und 2008 53 Prozent. Mit einem zweiten Schiff könnte man die Jagd unaufhörlich stören und das Ziel sei es, auf diese Weise 100 Prozent der Wale zu schützen.

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2.32 6.5.2008: Die Jagd in Norwegen hat begonnen

Japan Norwegen

Ablehnung aus der Bevölkerung. Auch in Norwegen jagt man Wale. Hier dauert die Saison von April bis August. Das ist auch 2008 nicht anders. Breiten Rückhalt in der Bevölkerung haben die Fischer allerdings nicht, schreibt die World Society for the Protection of Animals (WSPA). Nach Umfragen sei die Mehrheit der Norweger gegen die Fortsetzung der Waljagd. In der Bevölkerungsgruppe unter 30 Jahren werde sie sogar von 75 Prozent der Befragten abgelehnt. Es sei klar, dass diese grausame und altertümliche Industrie in einem fortschrittlichen Land wie Norwegen nur geduldet werde. Auch Ellingsen Seafood, der größte norwegische Walfleischverarbeiter, plant, die Verarbeitung von Walfleisch 2009 einzustellen. Die Firma ist verantwortlich für ein Drittel des jährlichen Fangs.

Erstes Opfer und Quoten. Nun begann die kommerzielle Walfangsaison in Norwegen. Das erste Opfer der Saison fand die Fangflotte am Wochenende des 3.-4. April 2008 in einem Minkewal-Kalb. Trotz sinkender Nachfrage für Walfleisch dürfen bis zu 1052 Nördliche Zwergwale getötet werden. Diese von der norwegischen Regierung selbst auferlegte Fangquote hat sich in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt und steht im Widerspruch zu dem international gültigen kommerziellen Walfangverbot. Erreicht wurde diese Fangquote in den vergangenen Jahren jedoch nicht. In den Fangsaisonen 2006 und 2007 lag die tatsächliche angelandete Zahl harpunierter Zwergwale jeweils bei weniger als 600 Tieren. Im Jahr 2006 wurde die Jagd sogar für drei Wochen ausgesetzt, weil die Walfänger ihre Ware von den bereits erlegten Tieren nicht absetzen konnten. Laut Sea Shepard sind die Bestände laut der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) nur halb so groß als bisher angenommen.

Die Beamten der norwegischen Fischereibehörde benutzen Minkewale als Sündenbock für die Überfischung der Meere und beschuldigen sie, die Bestände zu dezimieren.

Auch dort geht es grausam zu. Dass diese Form der Jagd grausam ist, zeigen auch Daten der norwegischen Regierung. Danach erleidet einer von fünf Walen einen langen und schmerzhaften Tod. Manchmal stirbt er erst eine Stunde, nachdem der Sprengkopf der Harpune in ihm explodiert ist. Der norwegischen Bevölkerung wäre diese Leidenszeit zu lang. Zwei Drittel von ihnen könnte es nicht hinnehmen, wenn der Wal länger als 15 Minuten nach dem Treffer lebt.

Bemühungen um Legalisierung. „Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind angehalten, sich dem Problem der Waljagd in europäischen Gewässern zu stellen und eine entsprechende klare Position gegenüber Norwegen und Island einzunehmen. Dazu gehören auch Verhandlungen mit der dänischen Regierung, die seit Jahren die Bemühungen der Walfangländer zur Legalisierung des kommerziellen Walfangs unterstützt und somit gegen die Zielsetzung gültiger Rechtsbestimmungen der Europäischen Union agiert“ sagt Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS in Deutschland.

Subventionen. Norwegens fortwährender kommerzieller Walfang kostet die Regierung laut WDCS hunderttausende Euro an Subventionen. Diese beinhalten die Befreiung von der Treibstoffsteuer sowie die Entsorgung, Lagerung und Verarbeitung des Walfetts für das es im eigenen Land keinen Markt gibt. Auch Sea Shepard spricht von einem Überangebot, das sich nicht verkaufen läßt. Auch finanzierte die norwegische Regierung die Errichtung der neuen Walverwertungsanlage Lofothval. Entsprechend intensiv sind die Bestrebungen der Walfangstaaten, das internationale Handelsverbot für Walprodukte aufzuheben. Dieser Versuch schlug jedoch bei der Artenschutzkonferenz (CITES) im Sommer 2007 mächtig fehl.

Kommentar des WDCS. „Die Walfangländer haben vieles gemeinsam: sie halten sich nicht an internationale Beschlüsse, die Nachfrage an Walfleisch ist rückläufig und die jeweiligen Regierungen stellen weiterhin Steuergelder in Millionenhöhe bereit, um die sinnlosen Waltötungen fortzusetzen“ kommentiert Entrup von der WDCS. „Richtet sich das Augenmerk der Öffentlichkeit aber meist auf Japan, ist die kommerzielle Waljagd in Europa von der selben Ignoranz gegenüber internationalen Konventionen und Artenschutzbemühungen geprägt“ kritisiert Entrup.

1992 versenkte Sea Shepard das illegale Walfangschiff Nybraena in den Lofoten, 1994 den illegalen Walfänger Senet in Südnorwegen und Agenda 21 Agenten im Aufgust 2007 das ebenfalls illegale Schiff Willassen Senior.

Versenktes Schiff Willassen Senior
Abbildung 1: Willassen Senior, Pressebild Sea Shepard

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2.33 21.5.2008: Walfang-Saison in Island beginnt

Japan Norwegen Island

Trotz internationaler Kritik, fehlender Nachfrage und der weltweiten Moratoriums gegen den Walfang eröffnete die isländische Regierung am 19.5.2008 die Saison in Island. Für sechs Monate ist die Jagd auf insgesamt 40 Zwergwale freigegeben. Das sagte Asda Einarsdottir, Sprecherin des Fischereiministeriums. Sie fügte hinzu: „Minke-Sashimi ist eine durchaus beliebte Vorspeise in Restaurants Reykjaviks.In chinesischen Restaurants sei Affenhirn beliebt und es sei dennoch nicht legal, widersprach Capatain Watson von Sea Shepard. Die isländische Walfanglobby erklärte daraufhin, sofort mit der Jagd zu beginnen. Das Land gab die Jagd 1986 auf, nahm sie 2006 aber wieder auf, um sie 2007 erneut aufzugeben. Noch 2007 kündigte Fischereiminister Einar Gudfinnsson an, aus wirtschaftlichen Gründen keine weiteren Genehmigungen für kommerzielle Fangquoten zu erteilen. Es gab keinen Markt für das Fleisch. Zwischen 2003 und 2007 wurden in Island insgesamt 200 Zwergwale unter dem Deckmantel der „wissenschaftlichen Forschung“ getötet. 2006 tötete Island trotz bestehendem kommerziellen Walfangverbotes sieben Zwerg- und sieben stark gefährdete Finnwale.

Bereits am 21.5. wurde der erste Zwergwal getötet. Der nach Angaben der Walfänger etwa 7,4 Meter lange Bartenwal wurde vor Faxafloa in einer Region harpuniert, die zugleich auch ein attraktives Gebiet für Walbeobachter ist. Die isländische Walfanglobby (Minke Whalers Association) bestätigte dies.

Bereits vor der Entscheidung hatten im Land Befürworter der „old“ und „new“ Economy heftige Diskussionen geführt. Während die alteingesessenen Walfangbefürworter die Meeressäuger als Bedrohung der kommerziellen Fischbestände sehen, treten Tourismusvertreter vehement für einen umfassenden Walschutz ein, da die Walbeobachtung längst zu einer zentralen Stütze des isländischen Tourismus geworden ist. Unerwartet kamen dann kritische Stimmen aus der Regierung. Während Fischereiminister Einar Gudfinnsson keinen Schaden für die Umwelt und das Ansehen seines Landes sah, sah Außenministerin Ingibjorg Solrun Gisladottir einen Widerspruch zum Fremdenverkehr des Landes. Allein zum Whale Watching, bei dem Touristen Wale in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, kommen jährlich 100.000 Besucher ins Land. Neben Gisladottir gab auch der für die Industrie zuständige Minister Össur Skarphéðinsson öffentlich bekannt, mit der erneuten eigenmächtigen Festlegung von Walfangquoten nicht einverstanden zu sein. Beide Minister gehören der sozialdemokratischen Partei an. Es sei kurzfristig gedacht und gefährde das Image des Landes.

“Die isländische Regierung riskiert durch die Fortsetzung des sinnlosen und subventionierten kommerziellen Walfangs andere Wirtschaftszweige. Denn schon neun Touristen, die nach Island zum Whale Watching reisen, erbringen den Verkaufserlös eines getöteten Zwergwales“, sagt Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS in Deutschland. Die Besucher erbrachten also Einnahmen im Wert von 11.111 Walen. Er sah aber auch positive Zeichen: „Nahm die Intensität der Diskussion über die Walfangaktivitäten in Island innerhalb des Parlamentes schon in den vergangenen Monaten stetig zu, so ist es doch als signifikantes Zeichen zu werten, wenn sich zwei Minister öffentlich von einem Regierungsentscheid distanzieren. Dies ist ein Hoffnungsschimmer für den notwendigen Wandel in der Walschutzfrage innerhalb Islands.“

Doch es bleibt noch viel zu tun. Nächste Etappe ist die Walfangkonferenz der Interantionalen Walfangkommission, die vom 23. bis 27. Juni 2008 in Santiago (Chile) stattfindet. Entrup erwartet sich vor allem von den Regierungen Europäischer Mitgliedsstaaten eine rasche und starke Reaktion auf dieser Konferenz.

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2.34 21.5.2008: Petition zu quecksilberbelastetem Delfinfleisch

Japan Norwegen Island

Verwandt mit dem Walfang ist die Jagd auf Delfine, die mit den Walen eng verwandt sind. Während die Tiere häufig für Delfinshows gefangen werden und dort nur unter guten Hygienebedingungen alt werden können, werden sie von japanischen Fischern auch getötet. Hier engagiert sich Richard O'Barry von der Tierschutzorganisation Dolphin Project Incorporated. Wie der ehemalige Trainer des Fernsehdefins Flipper mitteilt, haben die Mitarbeiter der Organisation Elsa Nature Conservancy (ENC) eine neue Antwort darauf. In einer Petition wollen sie den japanischen Minister für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt dazu veranlassen, einen Hinweis auf Delfinfleisch anzubringen, der vor der Quecksilberbelastung warnt. Solche Hinweise gibt es bereits. Genau wie auf deutschen Zigarettenpackungen warnen sie auch von japanischen Packungen vor den Folgen des Rauchens. Diese Idee ist auch Hauptthema des japanischen Delfintages (Japan Dolphin Day 2008), zu dem es auch eine Demonstration geben wird.

Sehr geehrter Gesundheitsminister,

Es gibt einen weltweiten Konsens darüber, dass im menschlichen Körper angereichertes Quecksilber ernste Gesundheitsgefahren mit sich bringt, speziell bei schwangeren Frauen und Kindern.

Wie Sie wissen, ist Delfinfleisch von Treibjagden in Taji, Präfektur Wakayama, nachweislich mit giftigen Chemikalien wie Quecksilber, Methylquecksilber und PCB's hoch kontaminiert. Wiederholte chemische Analysen zeigten, dass der Quecksilbergehalt in Delfinfleisch viel höher als der maximal zulässige Wert ist, der vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt festgelegt wurde.

Wir verstehen, dass es die Aufgabe der Abteilung für Lebensmittelsicherheit ist, Lebensmittelsicherheit zu bieten und dabei die Gesundheit der japanischen Bevölkerung sicherzustellen. Wir fordern dringend folgendes:

1. Verbieten Sie den Verkauf von Delfinfleisch, das mehr Quecksilber enthält als vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt (MHLW) als maximal zulässig festgelegt ist. Der Verkauf von Lebensmitteln mit giftigen landwirtschaftlichen Chemikalien, die den vom MHLW maximal zugelassenen Wert übersteigt ist als Ergebnis eines 2006 beschlossenen „Positiv-Listen Systems“ bereits verboten. Seit Quecksilber ebenso gefährlich ist wie giftige landwirtschaftliche Chemikalien, sollte das „Positiv-Listen System“ auch auf Quecksilber angewandt werden.

2. Bis die oben angesprochene Anfrage verwirklicht ist, müssen die Verbraucher vor den Gefahren in Zusammenhang mit dem Konsum von mit Quecksilber kontaminiertem Delfinfleisch gewarnt werden, auf genau dem Weg, auf dem sie vor den Geundheitsrisiken des Rauchens gewarnt werden: Jeder Laden, der Delfinfleisch verkauft, muss verpflichtet sein, einen deutlich sichtbaren Warnhinweis auf jeder Fleischpackung anzubringen, der folgendes enthält: „Dieses Lebensmittel enthält möglicherweise Quecksilber, das den vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt maximal zugelassenen Wert übersteigt. Im menschlichen Körper angereichertes Quecksilber kann Ihre Gesundheit gefährden.“

Soweit die deutsche Übersetzung der Petition. Richard O'Barry und das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) haben darum gebeten, den folgenden Original-Petitionstext zu veröffentlichen, damit möglichst viele Menschen ihn an das Ministerium schicken.

PETITION TO WARN THE JAPANESE PEOPLE OF MERCURY DANGER

To:
 
Policy Planning and Communication Division
The Department of Food Safety Bureau
The Ministry of Health, Labor and Welfare
Tokyo, Japan  
 
E-Mail: : syokucommunication@mhlw.go.jp
Fax: +81-3-3503-7965 
 
Dear Minister of Health:  
 
There is worldwide concern that mercury accumulated in the human body may pose a serious health risk, especially to pregnant women and children. 
 
As you know, dolphin meat from drive hunts in Taiji, Wakayama prefecture, proved to be highly contaminated with toxic chemicals such as mercury, methyl mercury and PCBs. Repeated chemical analyses have shown that the level of mercury in dolphin meat is much higher than the maximum allowable level set by the Ministry of Health, Labor and Welfare of Japan. 
 
We understand that the role of the Department of Food Safety Bureau is to promote food safety, thereby ensuring the health of the Japanese people. We urgently request the following:
 
1. Prohibit the sale of dolphin meat that contains mercury exceeding the maximum allowable level set by the Ministry of Health, Labor and Welfare (MHLW). The sale of food items with toxic agricultural chemicals exceeding the maximum allowable level set by MHLW is already prohibited as a result of the “Positive-list System,” which was adopted in 2006. Since mercury is as harmful to the human body as toxic agricultural chemicals, the “Positive-list System” should also apply to mercury.  
 
2. Until the above request is put into effect, consumers must be warned of the dangers associated with consuming mercury contaminated dolphin meat, in much the same way they are being warned of the health risks associated with smoking cigarettes: Every store that sells dolphin meat must be obligated to post a prominent warning label on each meat package, stating as follows: "This food item possibly contains mercury exceeding the maximum allowable level set by the Ministry of Health, Labor and Welfare. Mercury accumulated in the human body may harm your health.
 
Sincerely, 
 
Name & address: ____________________

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Autor

Autor: Jörg Wieprzeck
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Aktualisierungen

17.01.2008: Abschnitt über die Walsaison Frühling 2008 hinzugefügt.

22.04.2008: Abschnitt „Japanische Walfangflotte erreichte nur die Hälfte der Quote“ hinzugefügt.

26.04.2008: Abschnitt „2001: Bestand der Nordkaper erholt sich nicht“ hinzugefügt, Abschnitt über das 11. Jahrhundert ergänzt.

30.04.2008: Artikel angelegt

06.05.2008: Nachricht des Tages hinzugefügt.

13.05.2008: Nachricht über die norwegische Jagd durch Angaben von Sea Shepard ergänzt.

21.05.2008: Nachricht über die isländische Jagd und über die Petition zum Quecksilbergehalt in Definfleisch eingefügt.

03.06.2008: Nachrichten über den isländischen Walfang ergänzt und die Abschnitte über Schutzgebiete und das Ozeanum eingefügt.

04.06.2008: Weitere Einzelheiten zur 60. Konferenz der IWC.

06.06.2008: Nachricht über fertiges Blauwalmodell, den illegalen Walfleischexport und den allgemeinen Bericht über Sea Shepard eingefügt. Aussagen zum Beginn der isländischen Saison ergänzt.

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